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		<title>Littlejamie - The best things come in small packages</title>
		<link>http://www.littlejamie.com</link>
		<description>Privates Weblog von Ina Marinescu</description>
		<language>de-de</language>
		<copyright>j@littlejamie.com (Ina Marinescu)</copyright>
		<managingEditor>j@littlejamie.com (Ina Marinescu)</managingEditor>
		<webMaster>j@littlejamie.com (Ina Marinescu)</webMaster>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 16:02:38 +0200</pubDate>
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			<title>Des Kaisers Bart(h)</title>
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			<pubDate>Mon, 30 Sep 2013 19:48:25 +0200</pubDate>
			<description>Ich weiß nicht, was ich heute schlimmer finde: dass Mario Barth neuerdings bei Twitter ist oder dass meine gesamte Timeline sich darüber echauffiert. Ich habe sogar Tweets gelesen, in denen stolz verkündet wurde, dass man ihn bereits geblockt hätte.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Hallo? Tickt ihr noch richtig? Nein, ich mag den Mann auch nicht, beziehungsweise finde ich ihn nicht im Geringsten lustig und eine Beleidigung für meinen Humor, aber wenn man jemanden nicht lesen will, dann folgt man ihm nicht, Punkt.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Bin ich eigentlich die Einzige, die das so sieht?</description>
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			<title>Seufz</title>
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			<pubDate>Mon, 30 Sep 2013 17:41:32 +0200</pubDate>
			<description>Überlege seit dem missglückten mobilen Bloggen gestern Abend, mein Blog &lt;strike&gt;endlich&lt;/strike&gt; &lt;strike&gt;doch&lt;/strike&gt; auf Wordpress umzuziehen. Seit Jahren gehe ich mit dieser Idee schwanger. Einerseits bin ich stolz, eins der wenigen selbstgebauten Blogs der deutschen (wenn nicht gar gesamten) Blogosphäre mein Eigen zu nennen, und das seit April 2002, andererseits ist es mit Wordpress nicht nur sicherer, sondern auch komfortabler. Was tun? Seufz.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;i&gt;Und wie der Zufall es will, springt mich aus Twitter gerade ein neues Wordpress-Theme vom Elmastudio an, das wirklich schön ist: &lt;a href=&quot;http://www.elmastudio.de/wordpress-themes/kioremoana/&quot;&gt;Kiore Moana&lt;/a&gt;. Doppelseufz.&lt;/i&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;*&lt;br&gt;&lt;br&gt;Zu allem Übel meint das Ironblogger-Skript auch noch, dass ich mit meinem letzten Beitrag nicht innerhalb der Fristen gelegen hätte. Was natürlich nicht stimmt, aber der Browser gibt mein pubDate verspätet an und deswegen sieht es so aus, als hätte ich erst am Montagmorgen statt am Sonntagabend... Seufz.&lt;br&gt;&lt;br&gt;*&lt;br&gt;&lt;br&gt;Urlaubsende, Heimflug, Reakklimatisation. So schön die Rückkehr in vertraute Gefilde, in die eigenen vier Wände, zum eigenen Bett und zum &lt;a href=&quot;http://www.doronia-shop.de/Lebensmittel-Weine/Elit-Instant-Kaffee::400.html&quot;&gt;leckersten Kaffee der Welt&lt;/a&gt; auch ist, sosehr wünschte ich, ich hätte noch ein-zwei &lt;strike&gt;Wochen&lt;/strike&gt; Monate &lt;a href=&quot;http://littlejamie.com/index.php?id=1166&quot;&gt;am Strand&lt;/a&gt; verbringen können. Aber nützt ja nix. Seufz.&lt;br&gt;&lt;br&gt;*&lt;br&gt;&lt;br&gt;Knie, Fersen, Hüfte. Was ist das hier, Eingewöhnung aufs Altern? Wie soll das später werden, wenn ich wirklich alt werde? Sport muss her, und zwar ganz deutlich. Lust müsste man haben. Und gute Knie/Fersen/Hüften... Seufz.&lt;br&gt;&lt;br&gt;*&lt;br&gt;&lt;br&gt;Ich hör ja schon auf.</description>
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			<title>Argh</title>
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			<pubDate>Sun, 29 Sep 2013 23:12:47 +0200</pubDate>
			<description>Na super. Ich hab gerade im Schweiße meines Angesichts einen Blogpost geschrieben und versucht, ihn abzuschicken, aber die lahme oder gar fehlende Verbindung hat ihn gekillt und ins Nirvana geschickt. Toll. Das wird mich lehren, mir die mobile Blogfunktion mal im Detail anzuschauen. Was hab ich da bloß gemacht... Egal, hoffentlich geht dieser raus. Bin kurz vorm Durchdrehen.</description>
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			<title>Unverbaubar</title>
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			<pubDate>Thu, 19 Sep 2013 16:01:08 +0200</pubDate>
			<description>&lt;div id=&quot;image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/unverbaubar.jpg&quot; class=&quot;img&quot;&gt;&lt;/div&gt;8:40. Scheint meine Zeit zu sein. Langsam aus dem Dämmerzustand gleiten, die volle Blase drängt, das Bewusstsein mischt Traumfetzen in die Realität. Seit Tagen ist das erste, was ich am Morgen sehe, die Uhrzeitanzeige auf meinem Handy. Auf 8:40. Egal, wann ich am Abend davor schlafen gegangen bin. Komisch. Zuhause wäre es nachmittags. Nein, ich glaube nicht an Jetlag. Sitze nun mit einem Kaffee auf dem Balkon, begleitet vom Rauschen der Wellen und der Sonne, die mich durch die Balkonstreben in ein Zebra verwandelt.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Wir sind endlich angekommen. Zumindest erstmal. Keine Irrfahrt mehr, kein nicht wissen, wo man am Ende des Tages sein Haupt betten und sein Bier trinken wird, endlich Balkon mit Meeres, pardon: Ozeanblick, eigene Küche mit riesigem Kühlschrank und Geschirrspüler (und by the way, den Herd hätte ich zuhause auch gern). Surf Motel Suites in Wrightsville Beach, Wilmington, North Carolina.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Wir haben lange danach gesucht. Seit wir aus New York raus sind, fahren wir darauf zu, ohne es zu wissen. Jeden Tag ein paar Meilen mehr. Das Ziel war so klar wie unkonkret: Stille und Abgeschiedenheit, verbunden mit dem unverbaubaren Blick aufs große Wasser (der Mann), und gleichzeitig der Möglichkeit, schnell zum nächsten Restaurant und Pub zu kommen, ohne eine Zugfahrkarte für hunderte von Dollar lösen und dreimal umsteigen zu müssen (ich). Das haben wir nun gefunden.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Der Strand ist unendlich lang und nicht zu breit. Und angenehm leer. Der September ist die perfekte Jahreszeit, um hierher zu kommen: es ist nicht mehr erdrückend heiß (wir haben aktuell angeblich 23&#176;, aber ich kann das gar nicht wirklich glauben: die Sonne knallt ganz schön), aber die großen Ferien und damit der Andrang und die hohen Preise sind pass&#233;. Dennoch, wir sind an einigen Orten vorbeigekommen, schnuckelig und wunderschön, in jedem Reiseführer als &quot;the place to be&quot; deklariert, wo es nicht möglich war, entweder überhaupt ein Zimmer zu bekommen, oder eins zum relativ okayen Preis. In Onancock zum Beispiel kostete ein Queensize-Bett in einem B&amp;B erstaunliche 170 Dollar. Plus Tax, versteht sich, die in jedem Bundesstaat eine andere ist und selbstverständlich NICHT ausgewiesen wird. Meine Frage, ob Onancock eventuell etwas &quot;pricey&quot; sein könnte, wurde gar nicht erst verstanden. &quot;It is what it is, we&apos;re trying to make a living.&quot; Alles klar, Lady, wir fahren dann mal weiter.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Meine Antwort auf die Frage, warum die Hotelpreise hier so enorm hoch sind, ist im Übrigen: &quot;weil wir es können&quot;. Wir sind nur hier, weil uns dieser Ort wärmstens empfohlen wurde. Neulich an der Bar des Courtyard Marriot in New Bern (das mit dem &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/New_Bern&quot;&gt;fehlenden Bärenpenis im Stadtwappen&lt;/a&gt;) erzählte uns ein ehemaliger Lehrer und jetziger Businessman über einem Glas Bourbon auf Eis, dass man in Wilmington ja sehr günstig ein Zimmer bekommen könne, 130 bis 150 Dollar, das sei doch ein Schnäppchen. Wir schluckten still in uns hinein, lächelten höflich und wussten: ok, dann ist das eben so.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Am Wochenende steigen die Preise nochmal an. Dann wird&apos;s wohl auch hier voll, aber wir haben schließlich Virginia Beach am Wochenende und den Times Square überlebt. Wir checken hier am Sonntag aus, dann ist es noch knapp eine Woche, bis wir uns dem heimischen Regen wieder aussetzen müssen. Was wir hiernach machen, wissen wir noch nicht. Wir wollen uns damit auch noch nicht auseinandersetzen. Erstmal chillen wir noch ne Weile auf unserem Balkon mit Meeres, pardon: Ozeanblick, und trinken lokales Bier aus dem eigenen Kühlschrank.</description>
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			<title>Merkzettel</title>
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			<pubDate>Tue, 17 Sep 2013 05:27:55 +0200</pubDate>
			<description>Ich sehe hier andauernd Werbespots für neue Filme. Hier eine kleine Liste, damit ich sie nicht vergesse:&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;b&gt;Captain Phillips&lt;/b&gt;&lt;br&gt;&lt;div class=&quot;video-container&quot;&gt;&lt;iframe src=&quot;//www.youtube.com/embed/TzU3UJuV80w&quot; width=&quot;800&quot; height=&quot;450&quot; frameborder=&quot;0&quot;&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;/div&gt; &lt;br&gt;&lt;b&gt;Rush&lt;/b&gt;&lt;br&gt;&lt;div class=&quot;video-container&quot;&gt;&lt;iframe src=&quot;//www.youtube.com/embed/fdkIFrMY_v0&quot; width=&quot;800&quot; height=&quot;450&quot; frameborder=&quot;0&quot;&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;/div&gt; &lt;br&gt;&lt;b&gt;Don Jon&lt;/b&gt;&lt;br&gt;&lt;div class=&quot;video-container&quot;&gt;&lt;iframe src=&quot;//www.youtube.com/embed/6615kYTpOSU&quot; width=&quot;800&quot; height=&quot;450&quot; frameborder=&quot;0&quot;&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;/div&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;Und dann klingt das hier noch spannend, auch wenn die Darsteller fast genauso aussehen wie damals bei Zefirelli. OK, nur Romeo.&lt;br&gt;&lt;div class=&quot;video-container&quot;&gt;&lt;iframe src=&quot;//www.youtube.com/embed/jTGWNHa1wIQ&quot; width=&quot;800&quot; height=&quot;450&quot; frameborder=&quot;0&quot;&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;/div&gt; </description>
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			<title>So weit, so gut</title>
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			<pubDate>Fri, 13 Sep 2013 03:46:50 +0200</pubDate>
			<description>&lt;div id=&quot;image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/closedfortheseason.jpg&quot; class=&quot;img&quot;&gt;&lt;/div&gt;Donner. Ein Thunderstorm hat sich angekündigt. Wir sitzen mollig-warm in unserem Motelzimmer, kämpfen mit einer renitenten Fliege und leeren die Biervorräte. Was immer wir heute getan haben, es hat uns fertiggemacht. Mir bohren sich die Fersensporne direkt ins Gehirn - trotz vor Stunden eingenommener Schmerztabletten. Vielleicht macht&apos;s ja das Bier.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Wir sind in Avalon. Ohne Nebel. Avalon, New Jersey, next to Stone Harbor, das ich immer mit &quot;ou&quot; schreiben will, an der Seven Mile Island, die gleich neben der Five Mile Island liegt. Letztes Mal waren wir auch schon auf der Ecke.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Heute haben wir uns zwei große Handtücher gekauft. Binnen kürzester Zeit waren sie voller Sand. So schnell hab ich noch nie Sand über den Boden rasen sehen. Wie im Film. Kam mir vor wie bei einem Wüstenrennen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;div id=&quot;image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/vollersand.jpg&quot; class=&quot;img&quot;&gt;&lt;/div&gt;Bisherige Stationen: New York mit einem kurzen Zwischenstopp bei Verwandten in New Jersey. Ein Nachmittag im für die Locals viel zu kalten Pool (Memmen, 25&#176;!) und später entspannte Grillade irgendwo mitten im Jersey&apos;schen Nichts. Abends zurück in den großen Apfel. Wohnen am Times Square, das uns irgendwann zu laut, zu voll, zu hell, zu heftig, zu... wird. Nach fünf Tagen endlich time to leave. Auch wenn das fast nicht möglich erscheint. Love it and hate it.&lt;br&gt;&lt;br&gt;History repeats itself: auch vor drei Jahren hetzten wir mit dem frisch gemieteten Auto die 8th Avenue nach Norden, um einen Blick in den Central Park zu werfen, für den davor keine Zeit war. Diesmal gönnen wir uns einen tieferen Einblick, besuchen das Jackie Onassis Reservoir und hauen uns für eine Viertelstunde unter einen Baum, Arme glücklich unter den Kopf, Grinsen im Gesicht. Puh, heiß ist es. Und schwül. Die Hose klebt am Bein, warum nochmal hab ich Jeans an?&lt;br&gt;&lt;br&gt;Die Fahrt auf der I-95 ist wie immer unspektakulär. Amerikanische Highways eben. Easy-peasy. Wir entscheiden stündlich um, wo sie enden soll. Irgendwann wird es dunkel und wir fahren gerade auf Sea Isle City zu. Nur mal gucken. Es ist ganz klar keine Saison mehr, überall wurden die Bürgersteige schon hochgeklappt. Avalon, das direkt dahinter folgt, macht uns regelrecht Angst. Teuerste Bauten, eins schicker als das andere, alle dunkel und unbewohnt. Kein Hotel, kein Motel, kein Restaurant. Fühle mich wie in &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3499626802/littlejamie-21/&quot;&gt;Maximilian Buddenbohms Travemünde im Winter&lt;/a&gt;. Wo können wir hier bloß bleiben?&lt;br&gt;&lt;br&gt;Und dann, kurz vor Stone Harbor, endlich Licht. Eine Kreuzung mit Läden, ein paar Motels, Leben, Zivilisation. Wir steigen im Desert Sand Motel ab. Die Frau an der Rezeption zeigt uns das Zimmer. Ebenerdig, Parkplatz direkt vor der Tür, zwei Queen Size Betten, Badezimmer mit Wanne. Dibbs. Wir buchen eine Nacht, am nächsten Morgen wollen wir die Fähre von Cape May nach Lewes fahren. Dort weitermachen, wo wir vor drei Jahren aufgehört haben.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Auf der Straße nach Süden (gern geschehen).</description>
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			<title>Gewählt. Jetzt Urlaub.</title>
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			<pubDate>Wed, 04 Sep 2013 01:32:40 +0200</pubDate>
			<description>Liebes Tagebuch,&lt;br&gt;&lt;br&gt;heute waren wir wählen. Es war sehr aufregend.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Da wir am 22. September nicht hier sind, mussten wir Briefwahl beantragen. Das geht ganz einfach: da braucht man nur den Briefwahlantrag, der der Wahlbenachrichtigung beiliegt, unterschrieben an seine Wahldienststelle zurückzuschicken, und dann werden einem die Briefwahlunterlagen zugeschickt.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Ich mag nicht zur Post gehen, deswegen musste ich die Briefwahlunterlagen per Mail anfordern. Das hab ich dann auch gemacht letzte Woche. Gestern bekam ich dann die Antwort, dass unserer Briefwahlunterlagen erstellt wurden und in den nächsten Tagen bei uns eintreffen werden.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Ich kann ja ganz fix rechnen, also wusste ich sofort, dass das nicht hinhauen wird. Denn: in den nächsten Tagen sind wir nicht mehr da. Also hab ich dann wieder im Internet recherchiert, wann die Wahldienststelle aufhat, damit wir vor der Abreise noch schnell dahin fahren und auch gleich dort wählen können.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Das war also heute. Wir sind kurz vor vier Uhr nachmittags dort angekommen. Die Wahldienststelle hatte noch zehn Minuten auf. Die freundliche junge Dame am Empfang wies uns den Weg zur Wahlstelle (hier raus, über die Straße, dann links und wieder links), und die nächste freundliche junge Dame musste ihren Kollegen fragen, wie das mit unseren bereits erstellten Briefwahlunterlagen ist. Sie erklärte uns, dass sie uns nun neue Briefwahlunterlagen erstellen und wir die anderen, die in den nächsten paar Tagen im Briefkasten finden werden, nicht nutzen dürfen. Ich hab sie freundlich daran erinnert, dass wir dann ja gar nicht mehr da sind, und dann haben wir alle ganz herzlich gelacht.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Und dann wurde es aufregend. Obwohl, nein. Erstmal wurde es kompliziert. Die freundliche junge Dame erklärte mir, dass der gelbe Wahlzettel in den gelben Umschlag kommt, der graue Wahlzettel in den blauen Umschlag, der weiße und der gelbe Zettel unterschrieben werden müssen und dann alles zusammen in den roten Umschlag reinkommt. Sie erzählte mir nicht, dass ich die Umschläge auch zukleben muss, aber zum Glück stand das auf dem Erklärungszettel nochmal drauf. Ich musste mich ganz doll konzentrieren, damit ich mir alles merke und nichts falsch mache. Denn ich war ganz schön verwirrt, als ich in die Kabine ging und dort gleich weitere drei Erklärungszettel sah. Die hatten wohl meine Vorgänger dort liegenlassen. Darüber steht da nämlich nichts, wo man den Erklärungszettel lassen soll. Außerdem war da auch noch ein zweiter Stift, der da nicht hingehörte. Das weiß ich, weil der ohne Schnur war. Nicht so wie der andere, der zum Wählen da war. Das hat mich dann auch wieder verwirrt. Ich wusste nicht, mit welchem Stift ich meine Kreuze machen soll. Ich hab mich für den ohne Schnur entschieden. Und auch dafür, ihn und die liegengelassenen Erklärungszettel zur freundlichen jungen Dame zurückzubringen. Mit meinem waren das dann vier.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Und dann musste ich meine drei Kreuze machen. Einmal bei der Initiative für den Netzrückkauf (das war der gelbe Zettel) und zweimal für die Bundestagswahl (das war der graue Zettel). Das war der schwierigste Teil. Ich will doch alles richtig machen. Aber ich glaube, ich habe die richtige Farbe angekreuzt. Es ist eine schöne Farbe.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Danach hab ich noch auf den Mann gewartet und bin fast auf dem Klo der Wahldienststelle eingeschlossen worden. Das war die Aufregung, dass ich sofort nach der Wahl noch schnell Pipi musste. Das war schon immer so.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Ich bin froh, dass wir das gemacht haben. Jetzt kann ich beruhigt in Urlaub fahren.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Alles in allem war es ein sehr aufregender Tag. Jetzt bin ich müde und werde gleich schlafen gehen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Gute Nacht&lt;br&gt;Deine Jamie</description>
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			<title>Kino anyone?</title>
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			<pubDate>Tue, 27 Aug 2013 17:59:05 +0200</pubDate>
			<description>Ich komm ja irgendwie nie dazu, ins Kino zu gehen. Die Zeiten, als wir noch zuhauf ins Streit&apos;s marschierten und die Sneak genossen, vermisse ich sehr. Vielleicht klappt das ja demnächst mal wieder damit. Momentan stehen die Zeichen ein wenig schlecht.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Wie dem auch sei, hier sind zwei Filme, die ich gern sehen würde.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;b&gt;Into The White&lt;/b&gt;&lt;br&gt;Ich meine hallo? Die Besetzung!!! &lt;3&lt;br&gt;Florian Lukas, Rupert Grint, David Kross. Noch Fragen?&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;div class=&quot;video-container&quot;&gt;&lt;iframe src=&quot;//www.youtube.com/embed/0hIUCZAtDIE?rel=0&quot; width=&quot;800&quot; height=&quot;450&quot; frameborder=&quot;0&quot;&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;/div&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;b&gt;Saving Mr. Banks&lt;/b&gt;&lt;br&gt;Auch wenn ich gerade &lt;a href=&quot;http://mentalfloss.com/article/31001/11-authors-who-hated-movie-versions-their-books&quot;&gt;gelesen habe&lt;/a&gt;, dass die Autorin P.L. Travers das, was Disney aus ihrem Stoff gemacht hat, regelrecht gehasst hat - für mich bleibt Mary Poppins eine der schönsten Kindheitserinnerungen. Und hey, Tom Hanks und Emma Thompson. You can hardly get any better than that.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;div class=&quot;video-container&quot;&gt;&lt;iframe width=&quot;853&quot; height=&quot;480&quot; src=&quot;//www.youtube.com/embed/a5kYmrjongg?rel=0&quot; frameborder=&quot;0&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;/div&gt;</description>
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			<title>Ein bisschen Paleo</title>
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			<pubDate>Mon, 26 Aug 2013 20:19:23 +0200</pubDate>
			<description>Und nachdem ich den &lt;a href=&quot;http://littlejamie.com/index.php?id=1160&quot;&gt;Blogpost&lt;/a&gt;, der eigentlich letzte Woche hätte online gehen sollen und der mir dann den Arsch beim &lt;a href=&quot;http://ironbloggerhamburg.de/&quot;&gt;Ironblogger Hamburg&lt;/a&gt; gerettet hätte, nun endlich online gestellt hab, kann ich mich meiner Kernkompetenz wieder widmen: dem Kochen und darüber bloggen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Nebenan blubbert es, meine Zunge ist schon ganz wund vom Ablecken der Finger, die zuvor Chili geschnitten haben. Gebe ich also Meldung, was wir heute Abend essen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;b&gt;Kürbis-Chili-Topf&lt;/b&gt; (4 Personen)&lt;br&gt;&lt;br&gt;500g Hackfleisch&lt;br&gt;250g Steak (ich hatte zwei Huftsteaks)&lt;br&gt;1 Hokkaido-Kürbis&lt;br&gt;1 Butternusskürbis (meiner war relativ klein)&lt;br&gt;2 rote Paprika, fein gewürfelt&lt;br&gt;1 rote Zwiebel, fein gewürfelt&lt;br&gt;2 kleine Dosen (oder eine große) Tomaten in Stücken&lt;br&gt;1 Glas Rinderfond&lt;br&gt;Tomatenmark (etwa eine kleine Tasse voll)&lt;br&gt;optional: 1-2 frische Chilis oder Peperoni (ich hatte eine grüne)&lt;br&gt;Gewürze: Chilipulver, Kreuzkümmel (Cummin), Knoblauchpulver, Paprikapulver&lt;br&gt;Saucen: Sun Dried Tomato-Sauce von Heinz (oder eine vergleichbare), Barbecue-Sauce, Chili-Sauce...&lt;br&gt;Honig&lt;br&gt;1-2 Prisen Zucker&lt;br&gt;1-2 Bund Koriander&lt;br&gt;Salz und Pfeffer, am besten beides frisch gemahlen&lt;br&gt;&lt;br&gt;Die Kürbisse putzen und ggf. schälen (nur den Butternuss!) und dann in ca 2-3 cm große Würfel schneiden. Das Steak ebenfalls grob würfeln (1-2cm). Paprika in ca 1cm große Stücke schneiden, Zwiebel fein würfeln.&lt;br&gt;&lt;br&gt;In einem großen Top etwas Olivenöl erhitzen und darin (am besten in mehreren Schüben) das Hackfleisch und das gewürfelte Steakfleisch auf hoher Hitze bräunen. Wenn alles Fleisch braun ist, die Kürbiswürfel, die Paprika und die Zwiebel hinzufügen und unter Rühren ein paar Minuten braten. Der Kürbis sollte mindestens einmal mit dem Topfboden in Kontakt gekommen sein, bevor man weitermacht. Wer es scharf mag, gibt jetzt auch die frische Chili/Peperoni mit rein.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Nach einigen Minuten Tomaten, Rinderfond, Tomatenmark und alle Gewürze dazugeben. Alles gut miteinander mischen. Hitze auf niedrige Stufe reduzieren und für ca 1 Stunde köcheln lassen - oder bis der Kürbis weich ist.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Zum Geschmack: hier entscheidet der eigene Gaumen. Ich fand, das Chili muss ein bisschen süßer, ein bisschen salziger, ein bisschen rauchiger schmecken. Deswegen hab ich quasi alles reingehauen, was ich so im Kühlschrank hatte. Unter anderem einen klitzekleinen Rest von &lt;a href=&quot;http://www.leviroots.com/product-details/_/reggae-reggae-jerkbbq-sauce/10/2/&quot;&gt;Levi Roots Reggae Reggae Sauce&lt;/a&gt;, die ich mir mal aus London mitgebracht hab.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Während das Chili kocht, den Koriander grob hacken. Vor Ende der Garzeit die Hälfte vom Koriander in den Topf geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Wenn das Chili fertig ist, mit dem restlichen Koriander garnieren (und den Baconstücken) und warm servieren.&lt;br&gt;&lt;div id=&quot;image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/kuerbischili.jpg&quot; class=&quot;img&quot;&gt;&lt;/div&gt;Wem&apos;s noch nicht aufgefallen ist, das ist ein LowCarb-Gericht (Paleo, um genau zu sein). Wir essen das so, es ist ausreichend sättigend. Wer partout nicht auf Kohlenhydrate verzichten mag, macht sich da halt Baguette- oder Fladenbrot zu. Falls es zu scharf sein sollte, hilft auch ein Klecks Sahne.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Was ich mir an Varianten vorstellen kann:&lt;/b&gt;&lt;br&gt;- noch mehr Paprika, auch andere Farben&lt;br&gt;- weiteres Gemüse: Karotten, Pastinaken, evtl. (Süß)Kartoffeln&lt;br&gt;- krisp gebratene Frühstücksspeckstreifen und in Ringe geschnittene Frühlingszwiebeln als Deko&lt;br&gt;- das Ganze &lt;b&gt;noch länger&lt;/b&gt; kochen zu lassen, bis das Fleisch komplett zerfasert (geht in Richtung pulled pork in meinem Kopf)&lt;/i&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;Ich bin jetzt sehr glücklich. Und sehr voll.</description>
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			<title>Is ja hammer-hammerhart</title>
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			<pubDate>Mon, 26 Aug 2013 19:58:25 +0200</pubDate>
			<description>Ein Hoch aufs eigene Netzwerk, auf die netzwerkunterstützenden Portale und vor allem auf den Gott des Zufalls.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Ich überlege schon seit ner Weile, mir für &lt;a href=&quot;http://beatsaufderbahn.de/&quot;&gt;Beats auf der Bahn&lt;/a&gt; eine Karte zu kaufen, war aber immer nie (!) so richtig überzeugt. Alleine der Preis, vielmehr der intransparente Sprung von den angepriesenen 39 auf schwupps! mal eben 47,65€ auf der Eventim-Seite - auf die selbstverständlich noch weitere undurchsichtige Gebühren kommen und man also insgesamt auf 50,15€ kommt - ließ die Sache ein klein wenig schal schmecken.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Neulich saß ich abends bei Freunden, die gesammelt hingehen. Die Etiquette empfiehlt, wenn man mit Freunden unterwegs ist, die selbst nicht genausolche Twitter- und Facebook-Junkies sind wie man selbst, das Smartphone in der Tasche zu lassen und höchstens beim Klogang raufzugucken. Ich bin ein wohlerzogener Mensch und hatte das Telefon am besagten Abend unbeachtet an der Steckdose. Doch irgendwann siegte die Neugier und wenn ich schonmal in einem kostenlosen WLAN bin, kann ich ja mal kurz...&lt;br&gt;&lt;br&gt;Ich schalte also Facebook ein, lasse es langsam aber sicher kommen und entdecke als Allererstes einen Post von Jenni: &quot;Beats auf der Bahn anyone? Los, los! Stuffle das mal!&quot; Und dann den Link zum Stuffle-Angebot. &lt;a href=&quot;http://www.medienvilla.biz/&quot;&gt;Solitaire&lt;/a&gt; verkauft eine Karte für Beats auf der Bahn für unschlagbare 35 Tacken! Mein Herz setzt für eine Sekunde aus, das Hirn eh, und mein Mund fängt an, komische Geräusche zu machen (lies: zu kreischen).&lt;br&gt;&lt;br&gt;Ich sofort den virtuellen Finger gehoben und mich sofort bei Stuffle eingeloggt. &lt;strike&gt;Es interessiert mit Sicherheit niemanden, dass ich mir zuerst die App runterladen und installieren und mich anschließend erinnern musste, wie ich dort angemeldet bin, deswegen lass ich das mal aus.&lt;/strike&gt; Ich also auf &quot;make offer&quot; geklickt, nochmal die 35€ bestätigt und zack, fertig. Keine drei Sekunden später war mein Angebot akzeptiert und sogleich rief Solitaire von Jennis Handy an, um Übergabedetails zu besprechen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Ich liebe sowas! Jetzt bin ich stolze Besitzerin einer Karte und freue mich auf einen genialen HipHop-Festival-Nachmittag mit coolen Leuten.&lt;br&gt;&lt;div id=&quot;image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/beatsaufderbahn.jpg&quot; class=&quot;img&quot;&gt;&lt;/div&gt;P.S. Jetzt ist das Ding auch schon ausverkauft. Lange hätte ich nicht mehr nachdenken können.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Solitaire, ich schulde dir das ein oder andere Bier ;)&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;Achja, die undurchsichtigen Gebühren. Das hab ich dazu bei &lt;a href=&quot;http://www.eventim.de&quot;&gt;Eventim&lt;/a&gt; gefunden:&lt;br&gt;&quot;Angezeigte Ticketpreise inkl. der gesetzl. MwSt., Vorverkaufsgebühr, Buchungsgebühr von max. € 2,00 zzgl. Service- &amp; Versandkosten.&quot; Na dann...</description>
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			<title>Erinnerungen</title>
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			<pubDate>Wed, 14 Aug 2013 15:49:37 +0200</pubDate>
			<description>Meine Mutter hat ein wenig in ihren Sachen gekramt und mir dieses Foto geschickt.&lt;br&gt;&lt;div id=&quot;image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/schule-rumaenien.jpg&quot; class=&quot;img&quot; alt=&quot;meine Schulklasse in Rumänien&quot;&gt;&lt;/div&gt;Ich erinnere mich zwar nicht an die Entstehung des Bildes, weiß aber genau, wo es gemacht wurde. Ich schätze, es war in der dritten Klasse.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Ich versuche seit gestern Abend, die Namen aller Schüler auf dem Bild aufzusagen, aber es gelingt mir nicht. Drei oder vier Gesichter kommen mir gänzlich unbekannt vor, bei einigen Jungs in der letzten Reihe habe ich schlicht die Namen vergessen. Was ich mit Bestimmtheit sagen kann, ist, dass die Lehrerin, die da so stoisch hinter uns steht, nicht unsere war. Keine Ahnung, warum sie uns damals eine fremde Person hingestellt haben, aber unsere Lehrerin ist sie definitiv nicht.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Tja, liebe Kinder, so sah das damals aus. Wir hatten nicht mal Farbe auf unseren roten Pionier-Halstüchern oder den blau-weißen Uniformen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Die gleichen Leute sahen ein paar Jahre später (Ende achte Klasse) so aus. Da war ich schon nicht mehr da.&lt;br&gt;&lt;div id=&quot;image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/schule-rumaenien2.png&quot; class=&quot;img&quot;&gt;&lt;/div&gt;Wer mich auf dem oberen Foto erkennt, kriegt ein Eis ;)</description>
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			<title>Die mit der Katze und der Markise</title>
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			<pubDate>Thu, 08 Aug 2013 14:42:50 +0200</pubDate>
			<description>Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung. Sollte man meinen. Wenn man allerdings meine Nachbarin zur Nachbarin hat, deren Katzen offenkundig an Fernweh oder akuter Unterforderung leiden, sieht die Sache ganz anders aus.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Tief im Westen (lies: zur Linken, auf der anderen Seite der gläsernen Balkonabtrennung) wohnte einst ein älteres Ehepaar. Sie hatten eine Markise, für die ich sie heftig beneidete, und bekamen manchmal Besuch von ihren erwachsenen Kindern, deren Enkel immerzu heulte. Jahre später stellte ich irgendwann plötzlich fest, dass sie klammheimlich ausgezogen und an ihrer Stelle ein Mann eingezogen war, den wir irgendwann &quot;Besoffski&quot; nannten. Er trank viel und häufig und hörte gern nachts Musik in Konzertlautstärke. Die Markise benutzte er nie. Die Polizei musste eines abends seine Tür einschlagen, während er seelenruhig auf dem Sofa saß und bei nachbarschaftsbetäubendem Lärm rauchte. Kurz danach war auch er weg. Die Markise blieb.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Und dann kam SIE. Sie hat, mir scheint&apos;s, ein gespaltenes Verhältnis zur geerbten Markise. Öffnet sie zum Abend hin und schließt sie mittags wieder. Wenn es stürmt und der Wind heult, knallt das Ding immerzu gegen die Glaswand und bohrt sich in unsere Gehörgänge und unsere Gehirne.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Und sie hat zwei Katzen. Eine schwarze und eine getigerte. Ich finde Katzen ja großartig, ihr Eigensinn und ihre Unabhängigkeit, ihre Zickigkeit und Damenhaftigkeit sind legendär.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Aber.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Seit Jahren schon klettern die beiden mit Vorliebe über die gläserne Balkonabtrennung oder übers Geländer auf unseren Balkon. Wir fragen uns, warum. Wir säen kein Katzenfutter auf dem Boden, bei uns wächst kein Katzengras. Und grillen tun wir auch eher selten draußen. Ist es die Neugier? Curiosity killed the cat, möchte ich ihnen mit erhobenem Zeigefinger zuraunen. Oder einfach nur das Neue, Unentdeckte, die unendlich scheinende Vielzahl an Möglichkeiten &quot;auf der anderen Seite&quot;? Wer weiß.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Oh, ich kann sie gut verstehen, verschlossene Türen reizen mich auch, dahinter zu blicken. Aber es nervt, jetzt ehrlich mal. Ich mein, wir haben uns ja nicht umsonst KEINE Katzen angeschafft: der Mann hat eine hinterhältige Katzenhaarallergie. Ich bin da ja eher Tank, aber die feinen Härchen überall stoßen auch mich ab. Ich kenn das schon, ich hab mal die Katzen einer Freundin in meiner Wohnung gesittet. Im Kaffee, auf dem Brot, an der frischen Wäsche, hinten auf der Zunge, da wo man nicht mehr rankommt... pfuäch.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Wir haben alles probiert: Geländerverkleidung aus hohem Bambus, sogar Stacheldraht als Abschreckung auf unserer Seite, vielfältige Hindernisse auf ihrer Seite. Die Markise spielt hierbei auch eine Rolle: sie schränkt den Luftraum nach oben ein und reduziert damit den Sprungraum der Damen. Allein nichts hilft. Die Viecher sind findig und frech - und the grass is always greener on the other side, wissen wir ja. Katzen sind eben auch nur Menschen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;div id=&quot;image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/stubentiger.jpg&quot; class=&quot;img&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;br&gt;Gestern morgen um sieben wurde ich vom Klingeln an der Tür geweckt. Während ich meine Augen öffnete, wurde mir klar, dass ich das Klopfen zuvor auch schon wahrgenommen hatte. Ich ging zur Tür: SIE. &quot;Entschuldigung, ist meine Katze bei Ihnen?&quot; sagte sie noch, bevor ich den fetten Stubentiger, der maunzend in der Mitte meines Wohnzimmers stand, auf den Balkon scheuchte. Der Mann hatte über Nacht die Balkontür offen gelassen, damit die Wohnung ein wenig abkühlt.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Früher haben wir die Felinen einfach übers Geländer auf ihren Heimatbalkon ge&lt;strike&gt;worfen&lt;/strike&gt;reicht, aber seit der zugebaut ist, geht das nicht mehr. Also ließ ich die Nachbarin rein, sie packte das Tier am Schlafittchen und schleppte es scheltend durchs Treppenhaus. Nicht ohne zu beteuern, dass sie keine Ahnung hätte, wie die Katze das wieder gemacht hätte, oder mir zu versichern, dass sie eine neue Wohnung hätte und in drei Monaten ausziehen würde. &quot;In Glinde. Da kann sie das nicht mehr machen, da ist links und rechts kein Balkon.&quot; Ich dachte noch &quot;Garten?&quot;, da waren sie schon verschwunden.&lt;br&gt;&lt;br&gt;In drei Monaten ist sie also weg? Der Sommer dann zwar auch, aber ich werde trotzdem mal nachfragen, ob ich ihre Markise haben kann.</description>
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			<title>Drink wine like a boss</title>
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			<pubDate>Tue, 30 Jul 2013 13:27:22 +0200</pubDate>
			<description>Da hast du Myriaden von Weinflaschen im Keller, traust dich aber nicht, sie aufzumachen, weil du alleine bist und du entweder die ganze Flasche killen oder sie nach ein-zwei Gläschen in den Ausguss kippen müsstest, weil der Wein ja in offen nicht mehr so gut schmeckt. Und dann lässt du es wieder, obwohl du eigentlich ganz gerne ein Gläschen von dem guten ganz hinten trinken würdest. Aber du willst ihn ja nicht wegkippen müssen. Und *irgendeinen* schlechteren Wein zu trinken, nur um auf den Rest verzichten zu können, findest du auch eher suboptimal. Was tun? *kopfkratz*&lt;br&gt;&lt;br&gt;Und plötzlich meldet sich eine Stimme aus dem Off, flüstert dir verschwörerisch ins Ohr &quot;Heeeey... pssst... es gibt da was...&quot; und zeigt dir das hier:&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;div class=&quot;video-container&quot;&gt;&lt;object seamlesstabbing=&quot;false&quot; class=&quot;BrightcoveExperience&quot; id=&quot;myExperience1&quot; data=&quot;http://c.brightcove.com/services/viewer/federated_f9?&amp;width=866&amp;height=485&amp;flashID=myExperience1&amp;wmode=transparent&amp;bgcolor=%23FFFFFF&amp;publisherID=245991542&amp;isVid=true&amp;isUI=true&amp;dynamicStreaming=true&amp;adServerURL=http%3A%2F%2Frmedia.boston.com%2FRealMedia%2Fads%2Fadstream_sx.ads%2F%2F%40VIDEO&amp;playerID=876399703001&amp;autoStart=false&amp;%40videoPlayer=2569774812001&amp;debuggerID=&amp;startTime=1375184056362&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; height=&quot;485&quot; width=&quot;866&quot;&gt;&lt;param value=&quot;always&quot; name=&quot;allowScriptAccess&quot;&gt;&lt;param value=&quot;true&quot; name=&quot;includeAPI&quot;&gt;&lt;param value=&quot;myTemplateLoaded&quot; name=&quot;templateLoadHandler&quot;&gt;&lt;param value=&quot;true&quot; name=&quot;allowFullScreen&quot;&gt;&lt;param value=&quot;false&quot; name=&quot;seamlessTabbing&quot;&gt;&lt;param value=&quot;true&quot; name=&quot;swliveconnect&quot;&gt;&lt;param value=&quot;transparent&quot; name=&quot;wmode&quot;&gt;&lt;param value=&quot;high&quot; name=&quot;quality&quot;&gt;&lt;param value=&quot;#FFFFFF&quot; name=&quot;bgcolor&quot;&gt;&lt;/object&gt;&lt;/div&gt;&lt;br&gt;Und du hast Schwierigkeiten, den Mund wieder zuzumachen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;Wo ist der verdammte Bestellbutton? (Ah, &lt;a href=&quot;http://www.coravin.com/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;.)&lt;br&gt;&lt;br&gt;[Ganzer Artikel bei &lt;a href=&quot;http://winetimes.co/at/?h=xvyox&quot;&gt;Winetimes&lt;/a&gt;. Via &lt;a href=&quot;https://twitter.com/vinoroma/status/362167964553846786&quot;&gt;@vinoroma&lt;/a&gt; auf Twitter]</description>
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			<title>Kiefer-Update</title>
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			<pubDate>Mon, 29 Jul 2013 17:07:15 +0200</pubDate>
			<description>Weil immer so viele Leute auf allen Kanälen nachfragen, hier ein Update aus der Höhle. Meiner Mundhöhle, meine ich.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Also: Der Kiefer verweilt mittlerweile nur noch des nachts in seiner Plastikschiene. Habe ich einfach so beschlossen, da mir das Zähnezusammenbeißen und Suppenschlürfen auf den Sack ging. Er hat sich gut an die neue Position gewöhnt. Sprich: auch tagsüber, ohne Schiene, habe ich nicht mehr das Gefühl, dass ich die Zähne sonstwie aufeinander positionieren könnte, wenn ich denn wollte oder nicht aufpasste. Es sitzt alles fein und schön.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Na ja, schön ist ein noch anzustrebender Zustand, da sind wir noch nicht ganz. Frühestens sechs Wochen nach der OP darf der Kieferorthopäde wieder Hand (lies: Draht) anlegen. Dann gilt es, die Okklusion zu perfektionieren. Okklusion ist — bevor ihr Tante Google befragen müsst — die Verzahnung. Momentan befindet sich zwar der Unterkiefer hinter dem Oberkiefer, so wie es sich gehört, aber seitlich sind da noch Unstimmigkeiten. Die gilt es zu beseitigen. Und nein, ich weiß nicht, wie lange das noch dauert. Mein Kieferorthopäde scherzt schon immer: &quot;Frau Marinescu, wir zwei werden zusammen alt werden!&quot; Ach, na ja, ich habe beides nicht so schnell vor.&lt;br&gt;&lt;br&gt;In der Zwischenzeit - und selbstverständlich nach Absprache mit dem Chirurgen - habe ich angefangen, mich von der Breikost zu entfernen. Adieu Süppchen und Pürierstab, willkommen Nudeln und Eintöpfe! Gestern zum Beispiel gab&apos;s Tagliatelle mit Pfifferlingen. Und Aioli mit Weißbrot. Ich kann es mittlerweile selbst einschätzen, was ich wie kauen und zerbeißen kann. Oder eben nicht. Alles, was den Kiefer nicht zu stark beansprucht, ist ok. Ich hatte schon Chili con Carne und Labskaus, gefüllte Nudeln gehen auch, ebenso weich(er)gekochtes Gemüse aus Pfanne oder Ofen. Ich mag&apos;s normalerweise knackig, aber darauf muss ich eben noch verzichten. Ich hab auch schon ein gegrilles Hähnchen gegessen und mich dabei an den weicheren Teilen gehalten. Und Pommes. Hauptsache, es ist nichts, was eine Hebelwirkung des Kiefers benötigt, um &quot;geknackt&quot; zu werden. Haha, geknackt. Das mochte ich vorher auch schon nicht. So Dinge wie Salat oder Steak scheue ich noch.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Die Unterlippe bizzelt zwar noch, aber ich habe das Gefühl, dass das seit etwa einer Woche weniger geworden ist. Ich weiß nicht mehr, ob ich das an dieser Stelle schon erwähnt habe, aber bei der OP mussten sie den Nerv anheben, um darunter den Kiefer zu sägen. Der Nerv, der im Unterkiefer sitzt und für die Lippensensorik zuständig ist. Seitdem fühlt sich die linke Seite meines Kinns an wie nach der Betäubungsspritze beim Zahnarzt. Aber es handelt sich hierbei nicht um eine Betäubung, die nicht weggeht. Vielmehr ist der Nerv eine zickige Prinzessin, die jetzt schmollt, weil wir gewagt haben, sie von ihrem Thron zu heben. Das kann bis zu einem Jahr dauern. Also alles gut.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Ich bin froh, dass die Zeit des Spülens mit Chlorhexamed vorbei ist. Das musste ich im Krankenhaus und noch eine Weile danach machen. Nicht nur, dass das Zeug brennt wie Hölle, es verfärbt auch die Zähne. Ich sah auch wie&apos;n Junkie. Pfui. Langsam geht&apos;s wieder. Aber ich kann&apos;s kaum erwarten, mal wieder eine Reinigung durchführen zu lassen, sobald es geht. Ganz schlimm war&apos;s am Anfang. Da war meine Zunge belegt, weil da eben keine Reibung war. Woher auch bei den Suppen? Und dann hab ich ein Glas Rotwein getrunken. Muahaha, ich sah aus, als hätte ich mich mit der Zunge voran durch ein Blaubeerenfeld gegraben. Das ging tagelang nicht weg.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Ich krieg derzeit den Mund nicht so weit auf wie früher. Zwar weit mehr als sofort nach der Krankenhauszeit, aber immer noch nicht die vollen 120%, die ich vorher kannte. Ja, meine Gelenke sind &lt;stron&gt;alle&lt;/strong&gt; überstreckbar. *seufz* Aber da bin ich zuverlässig. Es ist schließlich A) kein Wunder, dass das noch nicht geht, wenn ich wochenlang die Zähne zusammenbeißen musste und B) noch relativ kurz nach der OP (heute genau 5 Wochen).&lt;br&gt;&lt;br&gt;Alles in allem sind wir alle mit dem Ablauf und dem vorläufigen Ergebnis zufrieden und zuversichtlich. Ich habe eine für mich passende Handhabung mit der Schiene gefunden, sterbe nicht an kulinarischer Langweile und mag auch wieder unter die Leute gehen. Anfang August ist mein Kieferorthopäde aus dem Urlaub zurück, dann geht&apos;s weiter mit der Okklusion. Ich bin nach wie vor sehr gespannt. Und immer noch froh, dass ich damals beschlossen hab, diese Behandlung (trotz meines Alters) durchzuziehen. Es ist eben nie zu spät.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;div id=&quot;image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/cheeese.jpg&quot; class=&quot;img&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;br&gt;Ach ja, noch was: zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass ich jetzt Simpson-mäßig aussehe und mein Unterkiefer viiiiiiiel zu weit hinten ist. Laut Aussage eines Freundes sehe ich aber jetzt &quot;endlich normal&quot; aus. Tja, wen sein Leben lang nur der vorstehende Unterkiefer aus dem Spiegel angrinst...</description>
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			<title>Für eine Hochzeit nach Israel (1)</title>
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			<pubDate>Fri, 26 Jul 2013 16:03:08 +0200</pubDate>
			<description>&lt;h3&gt;Anreise&lt;/h3&gt;&lt;br&gt;Nach vier Stunden Schlaf aufstehen, fertig machen, letzte Kleinigkeiten verstauen. Keine Zeit für Kaffee. Das Taxi ist in einer halben Stunde da. Rollkoffer lässt sich nicht zusammenklappen. Seit wann das denn? Dem Mann fällt wieder ein, dass er ihn als &quot;kaputt&quot; in Erinnerung hatte.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Flugzeit nach München eine Stunde. Versuche zu lesen, aber die Nachbarn konversieren in Kneipenlautstärke. Schenkelklopferlache. Alles in mir zuckt zusammen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;center&gt;*&lt;/center&gt;&lt;br&gt;Menschen, die sofort nach der Landung aufstehen, um dann minutenlang im Gang zu hibbeln. Noch nie verstanden.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;center&gt;*&lt;/center&gt;&lt;br&gt;Warten aufs Boarding. Es ist warm, viel wärmer als in Hamburg. Warum sind Frankfurt und München eigentlich immer überheizt?&lt;br&gt;&lt;br&gt;Schaue mich um: die Arabisch sprechende junge Familie mit den ungebändigten Kindern, die um die Sitzreihen flitzen. Meine Schokolade wollte die Mutter nicht, aber vielleicht hat sie mich auch nicht verstanden. Die Kinder, ein Mädchen und ein Junge, er vielleicht sechs, sie vier, sehen aus wie die Mutter. Der Vater versucht sie auf Deutsch zur Räson zu bringen. Der Junge wiederholt lachend das hilflose &quot;es reicht!&quot; und rennt weiter. Krakeel, krakeel. Fliegen die etwa mit uns? Ich wünschte, ich hätte mein Ohropax griffbereit. Gehe im Geiste mein Gepäck durch. Verdammt, ich habe es ganz vergessen. Das wird noch lustig.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Blick wandert weiter: die ältere Dame, die ihre für Tel Aviv viel zu warme Jacke ins Handgepäck zu stopfen versucht. Ich möchte ihr dazwischengreifen. Wenn man die Jacke anders falten würde und dann... Ach, was kümmert&apos;s mich? Neben mir der indisch aussehende Mittfünfziger, der eine Liebesschnulze im Taschenbuchformat liest. Bollywood auf dem Cover, buntes Herzensglück, for under 60 and over. Na dann.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Meine Damen und Herren, wir beginnen mit dem Priority Boarding. Der sportliche Pferdeschwanz, der schlauer sein wollte, wird abgewiesen. Holzklasse. Schade aber auch. Do I look like I fly fucking economy?&lt;br&gt;&lt;br&gt;Finger hat ein starkes Gefälle. Ich muss kichern und mich am Mann festhalten. Winzige Maschine, voll ausgebucht, großes Handgepäck bitte am Eingang abgeben. Die Kneipenlaberer sitzen wieder genau neben uns. Dafür ist die arabische Großfamilie nirgends zu hören.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Überbrücke die Zeit mit ausgiebiger Wolkenbeobachtung, schlafen, lesen und schreiben. Vermisse meinen Schreibtisch und das Gefühl der glatten, klappernden Tasten unter den Fingern.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;div id=&quot;image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/israel_anreise.jpg&quot; class=&quot;img&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;br&gt;Bei Ankunft Sonne und staubige Palmen am Startbahnrand. Mein Herz hüpft. Tante und Onkel empfangen uns in der vollen Ankunftshalle, lächelnd wie Kinder. Sie sind alt geworden, klapprig. Lange her. Die Wärme außerhalb des Flughafengebäudes umspült uns wie eine volle Badewanne. Eine Bullenhitze. &quot;Letzte Woche war hier noch Winter&quot;, sagt meine Tante. Ich denke an hoch aufgetürmte Schnee- und Eisberge und lache. Zuhause angekommen, fliegen als Erstes die Schuhe von den Füßen. Ein Hoch auf die kühlen Fliesen in israelischen Wohnungen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Die Hochzeit ist morgen Abend. Wir sind so fertig nach all dem frühen Aufstehen, in Fluzeugen sitzen und lauter Dinge zu essen bekommen, dass wir verdammt froh sind, nicht erst morgen angereist zu sein, wie ursprünglich geplant. Man ist ja keine Zwanzig mehr.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Wir machen ein Nickerchen. Das Computerzimmer ist seit jeher unser Gästezimmer. Das Sofa stammt noch aus Rumänien und ist ordentlich durchgelegen, der Raum misst an jeder Seite des ausgezogenen Sofas noch jeweils gefühlte zwanzig Zentimeter, in denen wir unsere Trolleys, Handtaschen, Klamotten, Schuhe und Geschenke verteilen. Wegen der Hitze hat meine Tante aus den Tiefen der Abstellkammer die guten alten Waffelpiquet-Decken ausgegraben. Für mich und meine melancholische Ader. Früher musste ich mich jedes Mal mit den Dingern eindecken, wenn ich dort war. Überhaupt dünkt mir, wird es ein Trip in die Vergangenheit.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;h3&gt;Lag baOmer&lt;/h3&gt;&lt;br&gt;Abends haben wir Lust auf einen Spaziergang. Es ist ein wenig kühler geworden und noch Zeit bis zum Abendbrot. Wir ziehen zu Fuß los, die Nachbarschaft erkunden. Nach ein paar Metern schallt uns Bumbum entgegen. Irgendjemand feiert wohl eine fette Party in seinem Garten. Rauch in der Luft, ich atme tief ein. All die verpassten Osterfeuer, auf die ich immer gehen will. Wir biegen in eine Seitengasse ein und werden von der Lautstärke erschlagen. Menschen aller Geschlechter und Altersstufen eilen an uns vorbei. Ihr Ziel ein zweistöckiges Gebäude, vor dem mannshohe Boxen aufgestellt sind. Aus den Boxen Rockkonzertlautstärke. Wir stehen schüchtern am Rand, fühlen uns wie Eindringlinge in unseren kurzen Hosen und den Strandschlappen. Um uns herum langärmelige Hemden und bodenlange Kleider, schwarze Sakkos, blickdichte Strumpfhosen, Kopftücher, Perücken, Hüte. Schläfenlocken. Alle orthodox.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Vor der Synagoge (wie uns nun klar ist) steht eine merkwürdige Konstruktion: ein Karren voller Holzscheite und obendrauf aufgebockt eine große Puppe. Ein Scheiterhaufen? Wir bleiben, neugierig, auch wenn sich lange nichts tut.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Irgendwann gießt ein Jüngling Benzin auf die Holzscheite. Und gießt. Und gießt. Und gießt. OK, denken wir, da soll ein Feind Israels so richtig endgültig verabschiedet werden. Oder was ist das hier? Ich versuche mehr rauszufinden. Aber mein Hebräisch gibt das Wort &quot;Symbol&quot; nicht her, und Englisch können die drei Grazien nicht, die ich befrage. Ich wollte wissen, wofür diese Puppe dort oben steht, die gleich angezündet wird. Wie wofür? Fragende Gesichter. Immerhin erfahren wir, dass heute Lag BaOmer ist. Ein Feiertag also. Gut. Das Orakel zu bemühen ist gerade ein wenig mühsam, weswegen wir Internetaktivitäten auf später verschieben, wenn wir zuhause sind und WLAN haben.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Derweil ist es um den Scheiterhaufen sehr voll geworden. Mann und Maus drängen nach vorn. Für den besten Platz, die beste Sicht, bloß nichts verpassen von diesem Fest. Ein junger Rabbi erscheint auf der Bildfläche, ergreift ein Mikro, die Musik verstummt. Eine Rede. Ich versuche, Brocken aufzuschnappen, es gelingt mir nicht. Nach fünf Minuten redet er noch immer. Das einzige, das ich verstehe, ist... nun ja, Lag BaOmer. Längst sind auch wir näher gerückt und stehen an einem Zaun hinter einer riesengroßen Mülltonne. Es riecht... spannend, aber so können wir wenigstens mehr sehen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;div id=&quot;image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/images/lagbaomer.jpg&quot; class=&quot;img&quot;&gt;&lt;/div&gt; &lt;br&gt;Nach gefühlt zwanzig Minuten hört der Singsang des Redners auf, wir atmen auf. Eine Fackel wird ins Bild gereicht, der Scheiterhaufen angezündet. BOOM! Durch die vielen Liter Benzin entzündet sich das Gebilde binnen einer Sekunde und brennt lichterloh. Und es wird heiß. Verdammt heiß. Die Menschenmasse drängt zurück. Auch wir flüchten ein paar Meter nach hinten. Puh.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Neue Musik entflammt. Tanzmusik. Die &lt;strike&gt;Menschen&lt;/strike&gt; Männer greifen sich an den Händen und beginnen singend einen Reigen zu tanzen. Frauen stehen drumrum, beobachten, reden, lachen. Kinder laufen frei herum, spielen, krakeelen, tanzen mit. Ein fröhliches Familienfest. Eins aber, das uns nach einer Weile langweilig wird. Wir beenden unseren nächtlichen Spaziergang.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Zuhause sind alle Fenster geschlossen. Wegen des Rauches, erklärt man uns. Die gesamte Nachbarschaft (eigentlich das gesamte Land, aber nun) zündet Feuer im Garten und feiert ausgelassen bis in die Morgenstunden. Spät in der Nacht öffnen wir unseres für einen Spalt und sind froh über die überraschend frische und rauchfreie Nachtluft.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;div style=&quot;border: 1px solid #808080;padding: 10px;&quot;&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Kleiner Diskurs Lag baOmer.&lt;/b&gt;&lt;br&gt;Zwischen Pessach (Auszug des jüdischen Volkes aus Ägypten) und Schawuot (wörtlich &quot;Wochen&quot;; der Tag, an dem das Volk die Tora erhielt) sind genau 49 Tage. Man nennt diese &quot;Omertage&quot;. Wer dabei an Ostern und &lt;a href=&quot;https://www.littlejamie.com/?id=1129&quot;&gt;Pfingsten&lt;/a&gt; denkt, liegt nicht falsch.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Omer ist ein altes Getreidemaß. Zur Zeit des Jerusalemer Tempels brachte man während dieser Zeit täglich ein Dankopfer im Tempel dar. Ein Omer Getreide aus der neuen Ernte.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Die Omertage sind Trauertage, man gedenkt der Leidenszeit der Juden unter Kaiser Hadrian und der Verfolgungen während der Kreuzzüge. Es ist die Zeit der Trauerriten: man darf keine Feste feiern und nicht heiraten, bei den Orthodoxen ist Haareschneiden und Rasieren verboten.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Der 33. Tag des Omer-Zählens ist Lag baOmer. An diesem Tag wird die Trauer aufgehoben, man darf wieder lachen und feiern und sich schick machen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;b&gt;Und der Name?&lt;/b&gt;&lt;br&gt;Hier kommt der für mich faszinierende Part: die hebräischen Buchstaben sind zugleich auch Zahlen, wobei G für die 3 steht und L für die 30. Zusammengezählt: 33. Aussehen tut das dann so: &#1500;&#1524;&#1490;, was man eben &quot;lag&quot; liest. (Da gibt&apos;s noch mehr &quot;Spielereien&quot;, die mir Freudentränen in die Augen treiben, aber dazu vielleicht ein andermal)&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;b&gt;Und was hat das mit den Feuern auf sich, die überall brennen?&lt;/b&gt;&lt;br&gt;Zeitgleich mit Lag baOmer fällt auch das Feiern des Bar-Kochba-Aufstandes aus dem Jahr 135 n. Chr. Ein Aufstand gegen die Römer, der zunächst siegreich war. Diesen Sieg verkündete man damals mit Freudenfeuern.&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;br&gt;Fortsetzung folgt...</description>
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