...mit Wirkung von heute sind
wir in die Lange Reihe gezogen, Hamburgs hippste Adresse weit und breit. Und das ist kein Aprilscherz, wenngleich ich auch einige Leute gern in den April geschickt hätte, aber es hat sich diesmal eben nicht ergeben.
Ende letzter Woche hatte ich angefangen, meine Siebensachen auszusieben und wegzuschmeißen und zu verpacken, so dass ich mich am Dienstag Mittag (als wir vom Netz genommen wurden) mit genug Elan um die gemeinschaftlichen Aufgaben (wie Küche ausräumen) kümmern konnte. Und das war auch gut so, denn die Abnehmer unserer ungewollten Sachen kamen früher als erwartet. So much for Mittagessen...
Als ich gestern nach sechs Stunden Rumrödeln endlich fix und fertig war und in der Bahn nach Hause einschlief, war mein Tagwerk leider noch nicht getan. Ich bin - kaum zuhause angekommen (und nein, ich verpenne meine Station nie) - sofort ins Auto und zurück ins Büro, denn ich musste noch ein klein wenig Krempel mitnehmen, der nicht mit umgezogen werden wollte.
Heute waren wir um 11 Uhr im neuen Büro bestellt, in der Annahme, dass die Möbelpacker, wenn sie um 8 Uhr schon da sind, um 11 bereits alles ausgepackt haben würden. Pustekuchen! Ich hätte noch gut drei Stunden schlafen können, denn bis unsere zwei LKW da waren, war es bereits nach zwei Uhr!...
Nachdem die ersten Schränke so langsam reintröpfelten, gab's erstmal eine klassische Rollenverteilung: die Männer standen am Fenster und brüllten in ihre Telefone oder schauten den Kurzberockten auf der Straße hinterher - und wir Frauen wischten die Möbel. Nun ja, draußen schien die Sonne, es war warm, da kann ja dann auch drin eine Stimmung wie in der Türkei herrschen, gelle?
Das ursprüngliche Versprechen, gegen 16 Uhr online zu sein, konnte demnach auch nicht eingehalten werden, denn am Nachmittag waren noch keine Tische und Stühle da, geschweige denn PCs. Am schlimmsten war es mitanzusehen, wie sich die beiden (!) Möbelpacker im Schneckentempo vorwärtsbewegten. Warum bei mittlerweile drei vollen LKW nicht zehn Leute mitkommen um anzupacken, ist mir schleierhaft. Ich hatte zwischendurch mehr als einmal den Drang, selbst runterzugehen und irgendwas zu schleppen, aber es hieß immer nur, die Versicherung zahlt nicht wenn ich stolpere...
Irgendwann muss ein Tatendrang in alle Knochen gefahren sein, oder den Leuten ist kalt geworden, denn plötzlich waren alle Männer damit beschäftigt, die Kisten und Möbel aus dem Fahrstuhl ins Büro zu schleppen oder gar von unten hochzufahren. Ich glaub, es stapelte sich alles bereits seit Stunden vorm Fahrstuhl - blame it on the lift, er war wohl zu klein oder nicht schnell genug...
Ich glaub, um 19 Uhr hatte ich meinen Rechner an meinem Schreibtisch, allerdings noch lange nicht angeschlossen. Zwischendurch gab es Pizza und Bier,
um die Meute bei Laune zu halten damit wir nicht vom Fleisch fallen. Ich hatte bereits seit zwei Stunden einen Mordshunger, denn so richtig viel hatte ich ja den ganzen Tag nicht gegessen.
Na ja, um es kurz zu machen, gegen halb zehn lief mein Linux-Rechner, danach musste ich mich auf die Suche nach meiner Windows-Kiste machen, die im Einpacktrubel unbeschriftet geblieben war. Und wir hatten da noch etwa sieben Herrenlose rumstehen...
Als ich endlich gegangen bin, saßen noch ein paar der Jungs vorm Fernseher und schauten Fußball. Diesmal bin ich nicht in der Bahn eingeschlafen, das lag aber nur daran, dass mir gegenüber eine sehr interessante Nase saß ;-)
Und morgen wieder normal arbeiten. Wann ist eigentlich Wochenende?
Grmpf.
Ich hab doch jetzt wirklich gedacht, Ihr habt ne neue Wohnung...
Ach was... ;-)
Wir müssen unserem Ruf doch treubleiben...